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Woher kommt das Wort Cocktail ?
Das englische Wort „Cocktail“
heißt wörtlich übersetzt Hahnenschwanz. Über die Entstehung des englischen
Namens ranken sich unterschiedliche Geschichten und Mühten: Gemäß einer dieser vielen
Erzählungen hat das Mischgetränk seinen Namen den Hahnenkämpfen zu verdanken.
Nach beendetem Kampf hatte der Besitzer des Siegerhahnes das Recht, dem
getöteten Hahn die bunten Schwanzfedern auszureißen. Beim anschließenden Umtrunk
wurde diese Trophäe mit einem Drink „on the Cock’s tail“ begossen. Später nannte
man diese nach den Kämpfen gereichten Getränke Cocktail. In vielen Geschichten
heißt es auch, der Cocktail sei ursprünglich ein mit einer Hahnenschwanzfeder
garnierter Drink gewesen. Eine weitere mögliche Erklärung des Namens sind jene
Cocktails, die nicht gemixt werden, sondern aus übereinander geschichteten,
verschiedenfarbigen Likören bestehen. Die unterschiedlichen Dichten, die durch
verschiedene Zucker und Alkohol Konzentrationen entstehen, bewirken bei
vorsichtigem Eingießen eine stabile Schichtung. Diese verschieden gefärbten
Schichten ähneln, von der Seite betrachtet, einem bunten Hahnenschwanz. Solche
Cocktails werden heute als Pousse Café bezeichnet. Möglicherweise schuf auch der
Franzose Antoine Peychaud den ersten Cocktail, einen Mix aus Whiskey und
Absinth, der als Sazerac bezeichnet wird. Peychaud testete verschiedene
Mixgetränke in New Orleans und servierte diese angeblich in Eierbechern, die auf
Französisch coquetier heißen, woraus in der amerikanischen Verballhornung dann
Cocktail geworden sein soll. Noch eine Erklärung: In einer Bar in den USA stand
ein großer, hohler Hahn aus Keramik. Der Barkeeper schüttete alle übrig
gebliebenen Getränke in den Hahn. Das hochprozentige Gemisch, das daraus
entstand, wurde aus dem Schwanz des Hahns gezapft und zum Sonderpreis angeboten.
Dies sprach sich schnell herum, und immer mehr Leute bestellten das Mixgetränk
aus dem Cocktail. Die tatsächliche Herkunft des Wortes lässt sich heute nicht
mehr nachvollziehen.
Die Geschichte des Cocktails
Ursprünglich mixte man Drinks
wohl wegen der allzu herben Schnäpse. Das damals in Nordamerika zur Verfügung
stehende Spirituosenangebot beschränkte sich fast ausschließlich auf den
einheimischen Whiskey. Dieser wies aber nicht die Qualität der heutigen
Erzeugnisse auf. Die Whiskeys von damals waren harte, hochprozentige – und
meistens ungelagerte – Kornschnäpse, deren purer Genuss nicht jedem zusagte.
Daher versuchte man durch das Süßen mit Zucker und Honig oder die Zugabe von
aromatischen Ingredienzien und Früchten den Genuss erträglicher zu machen. Mitte
des 19. Jahrhunderts begann man auch in Nordamerika andere Spirituosen und
Liköre herzustellen. Unter den Einwanderern befanden sich Menschen aus allen
Teilen Europas, die ihr Wissen um die Destillation in der neuen Heimat in die
Tat umsetzten. Bereits um die Jahrhundertwende war die American Bar ein fester
Bestandteil im amerikanischen Gesellschaftsleben. Die Importwege aus Old Europe
funktionierten, vielerlei Spirituosen kamen ins Land, und damit stand der
amerikanischen Genuss und Experimentierfreude nichts mehr im Wege. Es wurden
unzählige Cocktails erfunden, von denen viele als Eintagsfliegen starben, manche
jedoch weltbekannt wurden. Durch die Vielzahl der Möglichkeiten, die sich durch
die immer größer werdende Anzahl der Spirituosen zum Mixen bot, lag es nahe,
dass man diese in Gruppen einordnete. So wurden kurze Getränke als Short Drinks
und diese wiederum in Before und After Dinner Drinks unterteilt. Die mit Säften
und Limonaden verlängerten Alkoholika reihte man unter Longdrinks ein. Diese
Shortdrinks und Longdrinks wurden wiederum nach Zubereitungsart, Zutaten und
Verwendung unterteilt. So entstanden über 30 Gruppen, die sich zu verschiedenen
Gelegenheiten anbieten. Innerhalb der klassischen Einteilung haben sich
verschiedene Drinks als Nightcap, Winterdrink oder Sommerdrink, als
Magenstärker, Magenlikör oder Katerkiller einen Namen gemacht. Durch die
Prohibition wurde der Alkoholkonsum in den USA einerseits viel geringer,
andererseits wurden fast nur noch die leichter zu schmuggelnden, oft qualitativ
miserablen Spirituosen anstelle von Bier und Wein getrunken. Dieses führte dazu,
dass der Cocktail in der Untergrund Alkohol Szene regen Zuspruch fand.
Bevor sich in Deutschland; und
hier fast ausschließlich in Hotels; eine Entwicklung zum Cocktail anbahnen
konnte, unterbrach der Erste Weltkrieg diese Entwicklung. Die darauf folgenden
schlechten Zeiten, die spätere Isolation von den Weltmärkten und der Zweite
Weltkrieg zerstörten die zaghaften Versuche der 1930er Jahre. So erfuhr erst in
den späten 1950er Jahren der Cocktail in Deutschland einen Stellenwert, den er
in den Großstädten der USA sowie in London und Paris längst hatte. Ab den 1970er
Jahren war dann der Durchbruch geschafft. Neben den Hotelbars hielt auch die
American Bar in Deutschland Einzug. Dazu trug das zu dieser Zeit rasant
wachsende Angebot an internationalen Getränken bei. Doch auch der Tourismus
brachte viele neue Impulse, und der gestiegene Freizeitwert schuf die Nachfrage.
Waren Bars vor rund zwanzig Jahren noch die Ausnahme, so sind sie heute ein
fester Bestandteil der Gastronomie und häufig die Keimzelle neuer Drinks und
Trends. In jüngster Zeit kommen beispielsweise immer mehr so genannte
Alkopops PreMix oder ähnliche Softdrinks in den Handel. Dabei
sind einige geschmackliche Basiselemente verschiedener Cocktails vorgemixt, die
anschließend mit weiteren Fruchtsäften zum fertigen Cocktail vermischt werden.
Man unterscheidet mehr als 30 Cocktail
Unterarten, davon die wichtigsten:
Shortdrink – der klassische
Cocktail: wenig Flüssigkeit, oft großer Anteil Alkohol – Zusammensetzung aus
Basis + Modifier (+ Additiv) Klassischer, stark alkoholischer Shortdrink,
Aperitif (Before Dinner Drink) trocken, das heißt nur wenig süße Zutaten Medium
Drink – Anteil an Zitronen-, Limetten oder ähnlichen erfrischenden Säften als
Modifier, Digestif (After-Dinner-Drink) aus gemischten Spirituosen –
alkoholstärkerer Digestif, Dessertcocktail Digestif (After-Dinner-Drink) mit
Sahne und/oder Säften – oft süß, meistens mit Sahne, Flip – mit Eigelb,
magenfreundlich, z. B. Knickebein, Egg-Nogg – mit Eigelb und Sahne oder Milch
Sour-Gruppe, Sour International Sour – Sour mit Likör statt Zucker New Orleans
Sour – Sour mit Triple Sec statt Zucker, Corpse Reviver oder Pick-me-up (für den
Tag danach) – d. h. ein Aufbaucocktail, z. B. Bloody Mary, Champagner-/Sekt-/Prosecco-Cocktail,
Shooter (Shot) – Verzehr in einem Zug (auf-ex-Trinken) Longdrink – größere
Flüssigkeitsmenge Rickey – z. B. Caipirinha und ihre Varianten, Fix, Fizz,
Collins, Highball, Julep, Tropical Drink – Longdrinks mit Rum, Tequila, Cachaça
usw. Fruit Punch – z. B. Planter’s Punch, Batida Colada, Bowle, Hot Drink –
z. B. Irish Coffee oder Pharisäer Fancy Drink – Sonstiges, was nicht in obige
Gruppen passt. Außerdem werden Cocktails oft auch nach ihrer alkoholischen Basis
eingeordnet. Also je nachdem ob sie auf Sekt, Tequila, Wodka, Rum, etc.
aufbauen. Die alkoholfreie Variante eines Cocktails wird auch als Mocktail
bezeichnet.
Das war einen kleine Einführung
zur Herkunft, Geschichte und Arten der Cocktails. |