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Seit wann kochen wir gut und was ist
kochen ?
Das Wort Kochen kommt aus dem lateinischen coquere und heißt so viel wie
„kochen, sieden, reifen“. Es ist im engeren Sinne das Erhitzen einer Flüssigkeit
bis zum Siedepunkt, im Weiteren das Garen und Zubereiten von Lebensmitteln
allgemein, unabhängig von der Zubereitungsart wie z. B. Braten, Backen oder
Grillen. Abgeleitet davon wird die Berufsbezeichnung Koch.
Das Kochen gehört zu den ältesten und wichtigsten Kulturtechniken des Menschen.
Die frühesten Spuren von Nahrungszubereitung mit Werkzeugen sind 1,5 Millionen
Jahre alt: in Kenia gefundene, mit Steinklingen abgeschabte Antilopenknochen und
zwischen Steinen geöffnete Markknochen. Der entscheidende Schritt wurde mit der
Beherrschung des Feuers durch den Homo erectus gemacht. Die frühesten bekannten Spuren, deren Alter auf etwa 500.000
Jahre geschätzt werden, sind Herdstellen mit verkohlten Knochen in der Höhle von Zhoukoudian bei Peking und Reste von Hütten mit Herdstellen am Fundort Terra
Amata bei Nizza. Weitere, kaum jüngere Spuren finden sich in ganz Europa. In
Afrika sind die ältesten rund 100.000 Jahre alt.
Die Bedeutung des Kochens liegt vor allem in den chemischen Reaktionen, die
dabei ablaufen: das Zellgewebe wird gelockert, Eiweiße gerinnen, Bindegewebe
gelatiniert, Fette verflüssigen sich, Stärke verkleistert, Mineralstoffe werden
freigesetzt und Geschmacksstoffe gebildet. Neben der leichteren Verdaulichkeit
von Fleisch und Früchten, die bis dahin den Hauptteil der Ernährung ausmachten,
bewirkte das Kochen vor allem eine enorme Ausweitung des Nahrungsangebots: Bis
dahin schwerverdauliche, ungenießbare oder auch giftige Tiere und Pflanzen
konnten durch Kochen genießbar gemacht werden, darunter auch stärkehaltige
Gräser und Wurzeln, von deren Nachkommen einige schließlich zu
Grundnahrungsmitteln wurden. Weiter wirkt Kochen sterilisierend und
konservierend, was unmittelbaren Einfluss auf die Gesundheit hat und die
Möglichkeiten der Vorratshaltung verbessert. Im Gefolge der Erfindung des
Kochens veränderte sich die menschliche Anatomie, vor allem das Gebiss: Es
verkleinerte sich stark, was auch der Entwicklung des Sprechapparats und damit
der Sprache förderlich war.
Die frühen Kochtechniken vor Erfindung der Töpferei und der Metallurgie lassen
sich zum großen Teil nur indirekt rekonstruieren, aus Beschreibungen
traditioneller Verfahren in geschichtlicher Zeit und aus der Beobachtung noch
heute oder bis vor kurzem existierender steinzeitlicher Gesellschaften. Die
ursprünglichsten Verfahren sind sicherlich das Grillen, das Garen in heißer
Asche und das Rösten auf im Feuer erhitzten Steinen, das für Fleisch, Wurzeln
und Getreide geeignet ist. Für das Kochen im engeren Sinn, also das Erhitzen in
Flüssigkeit, dienten Erdgruben und natürliche Gefäße wie Muschelschalen,
Straußeneier, Schildkrötenpanzer usw. oder enggeflochtene Körbe, deren Inhalt
durch Hineinlegen glutheißer Kochsteine gegart wurde. Erdöfen sind noch heute in
Gebrauch, in denen Lebensmittel in Blätter gewickelt, mit heißen Steinen belegt
und Gras und Erde isoliert, langsam schmoren. Im frühzeitlichen China wurden
Lebensmittel mit Lehm oder Ton umhüllt und so im Feuer geschmort. Backen ist
eine Gar- (siehe Kochen) und Lockerungstechnik, bei der das Gargut im Backofen
mit heißer Luft gelockert, gegart und gebräunt wird. Die Backtemperatur liegt
zwischen 100 und 250 °C. Beim Backen entsteht an der Oberfläche der Backwaren
eine braune Kruste. Gebacken werden zum Beispiel Kuchen aller Art - und
Brotteige, sowie Pasteten, Aufläufe, Kartoffeln, Soufflés, Puddinge,
Blätterteiggerichte, Pizzas und Plätzchen. Die zu Weihnachten verkauften
Backwaren sind sehr facettenreich in Bezug auf Form, Geschmack und Zutaten. Das
Backen von Fleisch, Fisch und Gemüse geschieht in der Regel in einem Teigmantel
oder Salzmantel. Die Vorteile sind, dass das Gargut im Teigmantel saftig bleibt,
da es hermetisch eingepackt ist. Aromastoffe können nicht entweichen und die
Kohlenhydratbeilage ist bereits gegeben. Klitschig (in Bayern auch spintig
genannt) kann ein Brot oder Kuchen sein, wenn die Backware nicht vollständig
durchgebacken ist. Dies kann entstehen durch zu kurze Backzeit oder zu niedrige
Backtemperatur. In der professionellen Bäckerei kennt man allerdings noch weit
mehr Ursachen solcher Backfehler, z. B. durch die mannigfaltigen Möglichkeiten
schlechter Lockerung durch so genannte Triebfehler. Braten ist trockenes Garen
bei starker Hitze. Dabei entstehen durch die Maillard Reaktion an der Oberfläche
des Bratguts Verbindungen aus Eiweißen, Fetten und Zuckern, die für die Bräunung
und den typischen Geschmack verantwortlich sind. Beim Braten von Gemüse mit
geringem Eiweißanteil spielt die Maillard Reaktion nur eine geringe Rolle,
Bräunung und Aroma entstehen dort vor allem durch Karamellisierung. Das Braten
dürfte die älteste Kochtechnik sein, denn es erfordert nicht unbedingt Gefäße,
sondern nur die Kontrolle des Feuers. Unter Braten werden im allgemeinen
Sprachgebrauch das Grillen, das Braten im Backofen und das offene Braten in der
Pfanne (auch Sautieren genannt) zusammengefasst. Es besteht allerdings ein
wesentlicher Unterschied zwischen dem Grillen und dem Braten im Ofen einerseits,
bei dem die Wärmestrahlung die Hauptrolle spielt, und dem Braten in der Pfanne
andererseits, das auf Wärmeleitung beruht. Wird nach dem Anbraten Flüssigkeit
hinzu gegeben, spricht man von Schmoren.
Kochrezepte - Backrezepte
Ein Kochrezept ist eine planmäßige Anweisung zur Zubereitung eines bestimmten
Gerichts. Kochrezepte existierten schon in vorchristlicher Zeit, zuerst in
Indien, China und Griechenland. Heutzutage handelt es sich bei ihnen meist um
detaillierte Arbeitsanweisungen, die in der Regel in Kochbüchern zusammengefasst
werden. Aber auch Rezeptsammlungen im Internet gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Umgangssprachlich wird die Bezeichnung nicht scharf abgegrenzt, sodass manchmal
auch Rezepte für die Kalte Küche als Kochrezepte bezeichnet werden. Im
übertragenen Sinn versteht man unter einem Kochrezept auch eine einfach
ausführbare Anleitung, um in beliebigem Zusammenhang ein Problem zu lösen oder
ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen. Dabei wird der Begriff oft ironisch
gebraucht, um deutlich zu machen, dass eine einfache Anleitung eben nicht
geeignet ist, um vielschichtigen Wirkungszusammenhängen z. B. in der
Sozialpsychologie oder Politik gerecht zu werden (vgl. Stammtischniveau). In
früheren Zeiten verwiesen Kochrezepte vorwiegend erfahrene, nicht auf weitere
Informationen angewiesene Köchinnen und Köche nur auf die Zutaten und ihre
Zubereitung, ohne Mengen-, Temperatur- und Zeitangaben, für die ohnehin
einheitliche Maßsysteme fehlten. Die meisten Rezepte lassen sich mehr oder
weniger frei interpretieren – die Gerichte erhalten dadurch eine persönliche
Note. Das Mengenverhältnis sollte allerdings insbesondere bei Backrezepten
möglichst exakt eingehalten werden, da hier schon kleinere Ungenauigkeiten die
Qualität des Ergebnisses beeinträchtigen können. Um dies zu vermeiden, verwendet
man mitunter auch relative Maße wie das Eischwer. Bei Mengenangaben haben sich
aus praktischen Gründen und aus regionaler Tradition auch unpräzise Einheiten
und Maße erhalten. Besonders die „praktischen Küchenmaße“ wie Tasse, Esslöffel
oder Prise statt „0,x Gramm“ können problematisch sein, da es für
Alltagsgegenstände wie Tassen und Löffel keine Einheitsmaße gibt. Jedoch finden
sich in den meisten Kochbüchern entsprechende Übersichten, denen man die
ungefähre Entsprechung dieser Maße in Gramm, Milliliter etc. entnehmen kann. Im
angelsächsischen Raum (US-amerikanische und alte britische und kanadische
Rezepte) sind die Maßeinheiten cup, tablespoon und teaspoon normiert: 1 cup =
1/4 quart, 1 tablespoon = 1/16 cup, 1 teaspoon = 1/2 tablespoon. Eine dortige
Besonderheit ist, dass nicht nur Flüssigkeiten, sondern auch feste Zutaten wie
Mehl, Zucker, Butter und Backpulver über das Volumen gemessen anstatt gewogen
werden. Entsprechende Messbecher und Löffel mit Unterteilungen für Teilmengen
sind jedoch allgemein erhältlich.
Das war einen kleine Einführung
zur Herkunft, Geschichte und Arten des Kochens. |